IPv6-Tunnel und Privatheit
Friday, March 9. 2012
Wer in den letzten 3+ Jahren irgendwo eine Forendiskussion über IPv6 verfolgt hat, kennt den Alarmismus der NAT-Jünger und dynIP-Vertrauenden. Mit IPv6 komme das Ende der Anonymität im Netz, dann habe jeder Anschluss seine feste IP, jede IP sei dem Inhaber klar zuordnenbar und die Anwälte der Contentindustrie und andere Datensammler könnten unbehindert auf die einzelnen zugreifen.
Man kennt auch die Gegenargumente:
deren stärkstes ist, dass die Anonymität der dynamischen IPs mit IPv4 mit Zwangstrennung wie in Deutschland üblich, nur scheinbar ist, weil der Staat und die Anwälte routiniert auf die Logs der ISP zugreifen, in denen festgehalten ist, welchem Anschlussinhaber zu welcher Zeit welche dynamische IP zugeteilt war. Und das Anonymität, also die Chance, sich hinter einer IP verstecken zu können, nie ein beabsichtigtes Feature des Netzes gewesen ist.
Mit einem konkreten Vorwurf lässt sich schon jetzt der Schluss von einer dynamischen IPv4 auf einen Anschlussinhaber mit einem gewissen legalen Aufwand ziehen. Und mit IPv6 ändert sich daran nichts wirklich.
Soweit die Vorrede, jetzt kommt das aber: dass ich mich mit IPv4 schon daran gewöhnt habe, dass ein Webserver, den ich besuche, nicht mit einem schlichten whois meinen Namen und Adresse, Telefonnummer aus der IP in den Logs ermitteln kann. Ein wenig legaler Aufwand soll schon sein.
Und da gibt es jetzt zwischen den beiden namhaften/relevanten Anbietern von IPv6-Tunneln, Sixxs.net und he.net, einen markanten Unterschied.
Mal angenommen ich gehe auf einen IPv6-faehigen www server via eines HE.net -Tunnels und meine IP sei 2001:470:DB8::CAFE:AFFE:F00:BA2. Und jemand sieht das im Server Log und macht ein whois.
Dann bekommt er im Wesentlichen:
Dem folgt noch eine Menge HE-spezifisches, aber die Rückverfolgung endet bei dem Schluss: ist via HE unterwegs.
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