3d

Thursday, December 18. 2014

Ich habe hier einen vor 10 Tagen gelieferten Up! mini neben mir, Tchibo hat ihn für 499.- im Angebot.
Noch eine 15% Rabattaktion eingerechnet hat mich das Teil 425.- gekostet.

Das ist eine aehnliche Preisregion wie meine erste Festplatte (30 MB von Vobis), meine erste Soundkarte, CD-Rom,...
In all den Fällen war es fraglich gewesen, ob der Gegenwert die Ausgabe rechtfertigt, mit etwas mehr Geduld haette ich viel sparen können. Ausschlaggebend war jeweils eher das Verhaeltnis von Haben-will zu Leisten-können.

Der Up! mini: Riesenpaket!, auspacken, anstöpseln, Treiber installieren, Modell saugen, drucken - geht.
Qualität: rillig.

Kleine Figurinen, 15 selbstgestaltete Formen zum Keks ausstechen, eine Replik des Wohnungsschlüssels, die ich vom Schlosser nicht bekomme, weil der so alte Rohlinge gar nicht mehr führt. Das sind alles Dinge, die ich auf alternativen Wegen kaum (Ishtar aus British Museum), nicht so (die Keksformen) oder gar nicht bekommen konnte.

Insoweit ist die Frage nach der Wirtschaftlichkeit dieser Anschaffung nicht leicht zu beantworten.
Alternativlösungen sind an den drei Beispielen eben nicht wirklich gleichwertig, ein Gipsabdruck der Ishtar wäre mir als Ding mehr wert, aber Recherche, Kauf, Versand kommen leicht auf eine Summe, wo ich schlicht verzichten würde.
Pacman, Pinguin-, Apfellogo-Keksformen kann ich für 3.50 mit irgendwas anderem substituieren, aber eben nicht das und nichts Selbstgemachtes.
Und ein neues Schloss für die Wohnungstür würde mehr wert sein als mein schneller Notbehelf; wenn ich aber Kauf und Einbau hier aufrechne, hat sich der kleine Drucker fast schon amortisiert...

So, den Sinn sehe ich eigentlich gerade in der Zusätzlichkeit, also im Erzeugen von Dingen, die ich so sonst nicht bekommen könnte. Wie weit ich diesen Aspekt nutzen kann, hängt dabei aber noch von anderen Faktoren ab (zB meiner Geschicklichkeit mit FreeCAD, der Verfügbarkeit von cc-Modellen) ab. Tendenziell von der Größe des Marktes.

Mit meiner Kaufentscheidung gebe ich einem neu entstehenden Marktsegment Energie. So wie seinerzeit der 30MB-HDD, dem 1x-CD-Laufwerk, der grottigen Soundkarte. Das haben Zigtausende so wie ich gemacht, mit dem Ergebnis, dass die Hersteller Luft hatten, peu a peu wirklich brauchbare Produkte der Art zu entwickeln.

Wenn man sich also fragt:
- Kann ich mit der Anschaffung Geld sparen? dann ist die Antwort: fraglich, eher nein.
- Kann ich mit der Anschaffung etwas lernen? : 3d-CAD, aber hallo
- Kann ich mit der Anschaffung mich selbst verwirklichen? : wenn in dir ein Bastler oder ein Künstler ist, und du einen Weg in's 3d-design findest, dann ja
- Kann ich mit der Anschaffung angeben? : definitiv ja, sogar die Töchter geben damit an, dass ich sowas habe/mache.

Was zB fehlt:
- Materialkunde. Mein Drucker kann ABS und PLA, eine Spindel mit 700gr. ABS liegt bei. Was ist das für Zeug, Vorteile, Nachteile, Risiken? Das Handbuch verliert zu dem allen kein Wort, Google findet mir die Kunststoffpyramide und Greenpeace listet ABS als - nach PVC und anderem chlorierten Zeugs - zweitschlimmste Sorte Plastik. In der Erläuterung steht, dass bei ABS das Problem gerade die schlechte Recyclebarkeit ist, da die jwlg. Zusammensetzungen so unterschiedlich sind. Genau deshalb sollte jeder Hersteller zum Recycling der Reste seines Produktes verpflichtet sein.
- Hersteller-Recycling. Jeder Spule Filament sollte ein Beutel mit "Gebühr bezahlt Empfänger" / Herstelleradresse für die Reste beiliegen. Davon erzeugt man naemlich unvermeidlich eine ganze Menge, selbst ohne Fehldrucke, zu jedem Ding gibt es einen Sockel (Raft), Stützstrukturen, Krusten auf dem 'Bett'. 

 

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